Einweihung des neuen Lehrbienenstands im Eichenweg

Am Nachmittag des 21. Januar 2020, fanden sich so viele Besucher zur Einweihung des neuen Lehrbienenstandes des Imkervereins Lichtenfels im Eichenweg 10 ein, dass zeitweise drangvolle Enge in der neuen Einrichtung herrschte.

Der Vorsitzende des Imkervereins, Stefan Ruppenstein, erinnerte an den Bau des ersten Lehrbienenstandes im Jahr 1992 durch den damaligen Vorsitzenden Wolfgang Ruppenstein, ehe er bald darauf den Vorsitz von seinem Vater übernahm und damit auch die Verantwortung für den Lehrbienenstand.

Er stellte die Notwendigkeit eines Lehrbienenstandes gerade in der heutigen Zeit heraus. Ohne die Fürsorge der Imker könne die Honigbiene nicht mehr überleben. Eine der Hauptursachen des Bienensterbens sei die Varroamilbe, die als Parasit an Honigbienen lebe und schädigende Viren übertrage. Zudem würden zunehmend Pestizide die Umwelt belasten und dadurch auch die Blütenvielfalt abnehmen. Naturnahes Imkern sei deshalb das Gebot der Stunde.

Der Lehrbienenstand diene aber nicht nur für Kurse zur Weiterbildung der Imker, sondern vor allem, um Kindergartenkinder und Schüler mit den Grundlagen des naturnahen Imkerns vertraut zu machen. Der Imkerverein Lichtenfels habe zurzeit 63 Mitglieder, davon elf Frauen, die 400 Bienenvölker betreuen. Interessenten könnten sich jeweils freitags von 16 bis 18 Uhr am Lehrbienenstand in die Geheimnisse der Imkerei einführen lassen.

Mit Eigeninitiative und vielen Unterstützern

Die finanzielle Grundlage für den neuen Lehrbienenstand habe man bei den Imkerfamilienfesten gelegt, bei denen nicht nur die Geselligkeit gepflegt wurde, sondern auch immer ein kleiner Ertrag erwirtschaftet werden konnte. Sein Dank galt den Mitgliedern, die dabei mitgewirkt haben. Er bedankte sich auch bei der Stadt für die Unterstützung bei der Suche eines geeigneten Geländes, bei der Firma Dechant für den kostengünstige Containers und dessen kostenlose Aufstellung mit einem Autokran, bei der Püls-Bräu für die Tische und Stühle sowie bei Thomas Walther für den Stromanschluss an der benachbarten Photovoltaikanlage.

Einen abschließenden Dank richtete er an alle Mitglieder, die mithalfen, diese schöne Einrichtung zu schaffen, auch wenn noch Arbeiten anstehen würden, wie die Umzäunung, die Holzverkleidung des Containers und die Bepflanzung des Geländes mit Bäumen und Sträuchern. „Mit diesem Lehrbienenstand haben wir die besten Voraussetzungen für unsere Imker zur Erhaltung unserer Honigbiene geschaffen“, ist Stefan Ruppenstein überzeugt.

Dank und höchste Anerkennung vom Bürgermeister

Bürgermeister Andreas Hügerich verwies in seinem Grußwort auf die aktuelle Debatte, was man gemeinsam für den Umweltschutz tun könne. Die Imker würden mit ihren Bienenvölkern und dem Lehrbienenstand einen kleinen, aber wichtigen Beitrag leisten, um unsere Umwelt und unser Ökosystem in der Balance zu halten. Er sprach dem Imkerverein im Namen der Stadt und des Stadtrates seinen Dank und höchste Anerkennung für die bedeutende Arbeit im Bereich der Pflege und des Schutzes der Bienen und damit für den Erhalt unseres Ökosystems aus und überreichte eine gerahmte Urkunde und ein Geldgeschenk.

Ein Ruck ist durch die Gesellschaft gegangen

Der BN-Kreisvorsitzende Anton Reinhardt sprach das erfolgreich verlaufene Artenschutz-Volksbegehren „Rettet die Bienen“ als plakativem Sympathieträger an. Seither sei ein Ruck durch unsere Gesellschaft gegangen, verbunden mit der Einsicht, dass alle dazu beitragen müssen, um eine bessere Umwelt zu erreichen. Die Bienen als wunderbarer sozialer Bienenstaat würden es uns vormachen. Sie seien die kleinsten Nutztiere, die wir haben, wobei die Honigbiene ohne den Menschen nicht existieren könnte. Die Biene könne uns lehren miteinander auszukommen und unsere Natur möglichst intakt an die folgenden Generationen zu übergeben.

Die Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner bedankte sich für das große Engagement des Imkervereins. Am liebsten seien ihr Leute, die etwas für die Umwelt tun, wenn es um einen konkreten Anlass geht, die nicht nur davon reden, sondern auch handeln. Genau das würden die Imker hier machen, wofür ihnen der allergrößte Respekt gebühre.

Die evangelische Pfarrerin Anne Salzbrenner betonte, es sei wichtig, sich bewusst zu machen, dass Tiere, ebenso wie die Menschen und die Natur von Gott geschaffen wurden. Menschen, die sich wie hier die Mitglieder des Imkervereins für die Erhaltung der Schöpfung einsetzen und auch ihre Mitmenschen dafür gewinnen wollen, verdienten hohe Anerkennung.

Vorbilder an Emsigkeit, Nachhaltigkeit und Selbstlosigkeit

Bienen seien geniale Geschöpfe, weshalb es wichtig sei sie zu erhalten und zu pflegen. Sie seien Vorbilder an Emsigkeit, Nachhaltigkeit und Selbstlosigkeit. Trotz ihrer kurzen Lebensdauer würden sie für die Natur und den Menschen unermüdlich und uneigennützig tätig sein. Man dürfe neben dem leckeren Honig nicht den Wert der Biene für die Bestäubung der Pflanzen verkennen. Die Biene sei eines der wichtigsten Geschöpfe Gottes, die uns Menschen immer wieder aufzeigt, dass wir miteinander besser leben können, meinte Anne Salzbrenner.

Schließlich bat die Pfarrerin um den Segen Gottes für den neuen Lehrbienenstand und für die Imker und deren Arbeit sowie um den Schutz der Bienen vor Krankheit und Gefahr. Sie schloss auch die aus Bienenwachs geformte Figur des heiligen Ambrosius, des Schutzheiligen der Imker und der Bienen, mit ein.

 

Quelle: Obermain Tagblatt - https://www.obermain.de/lokal/obermain/art2414,811851